Wann bin ich eigentlich erwachsen geworden?

Ich glaube diese Frage stellt sich jeder irgendwann einmal in seinem Leben. Bei mir war es erst die Tage und passendem zum Thema hatte ich gestern auch noch das Glück und habe folgenden Gesprächsfetzen einer Unterhaltung zweier, ich nenne sie mal „Jungerwachsenen“, unabsichtlich mitangehört.

Er sagt zu Ihr: „Ihr seid doch eigentlich jetzt erwachsen. “ Darauf antwortet sie: „Erwachsen, also erwachsen werde ich erst, nachdem ich mit meiner Ausbildung fertig bin.“

Ich musste leicht schmunzeln, als ich die Aussage gehört habe und hab bei mir gedacht, eigentlich dürfte es uns doch nicht schwerfallen zu sagen, dass wir erwachsen sind. Immerhin ist es doch der Kindheitstraum von jedem Kind endlich groß und erwachsen zu werden.
Aber ich glaube, dass das manchmal gar nicht so einfach ist, auch wenn man ab seinem 18. Geburtstag wie ein Erwachsener gesehen und behandelt wird.
Ich persönlich habe mir darüber noch nie wirklich Gedanken gemacht, bis jetzt!
Jeder versucht doch nach der Schule, dass Beste aus seinem Leben zu machen und dabei Erfolg zu haben. Ich hatte da am Anfang meine Eltern, die mir immer geholfen haben und mich zu jeder Zeit unterstützt haben. Wenn man dann älter wird, löst sich dieses enge Band und man versucht sein Leben mit oder ohne Partner selbstständig zu gestalten.
Dabei ist der Ablösungsprozess von der Familie ein erster Schritt ins Erwachsenleben, aber das Ziel ist damit glaube ich noch nicht erreicht. Man lässt sich heutzutage viel zu sehr von den äußeren Umständen leiten, die einem vorzugeben versuchen, wer schon erwachsen ist und wer eben noch nicht zu diesem Kreis gehört.
Ich für mein Teil bin in letzten Tagen zu der Erkenntnis gekommen, dass ich gar nicht so genau gemerkt habe, wann ich denn eigentlich erwachsen geworden bin. Ich weiß nur, ich bin es jetzt und es fühlt sich genau richtig an, auch wenn ich manchmal selber diese abgedroschen Sprüche verwende habe:

„Es ist einfach gerade noch nicht der passende Zeitpunkt und ich fühle mich auch noch nicht erwachsen genug.“

Ich glaube manchmal sagt man solche Sätze einfach aus einer Verlegenheit heraus, obwohl man eigentlich ganz genau weiß, dass man diese Sachen eigentlich gut schaffen könnte.
Ich für mich habe beschlossen, dass mit solchen Sätzen jetzt Schluss ist, dass heißt ich genieße dieses Erwachsenen-Ding einfach.
Denn schlussendlich ist doch jetzt der Kindheitstraum wahr geworden. Ich bin groß und erwachsen und darf das machen was mir Spaß macht, ohne das mir jemand sagt:

„Nach dem Sandmännchen wird es Zeit fürs Bett.“

 

(4) Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hi,
    schöner Beitrag, ich musste gerade schmunzeln. Die Tage sagte ich zu meinem Kollegen:
    „Erwachsen fühle ich mich erst seitdem mein Sohn auf die Welt gekommen ist!“

    :-)

    Grüsse

    Antworten

  2. Das ist ein schöner Beitrag, der ein interessantes Thema aufgreift. Ich für meine Person sage ja immer: Ich werde nie erwachsen. Damit meine ich aber, dass ich mir in meinem Inneren gerne einen Stück Kindheit bewahre und gerne manchmal gerne kindisch bin.

    Kinder sind voller Leichtigkeit, lieben bedingungslos und können eine Unbeschwertheit leben, von der wir Erwachsenen oft meilenweit entfernt sind. Das finde ich unbeschreiblich schön. Auch können sie aus dem innersten des Herzens lachen, wie wir Großen es oftmals leider verlernt haben. :-)

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.