Sicher oder Frei? – Das ist hier die Frage

In meiner „Filterblase“ sind gerade die vorherrschenden Themen: Verschlüsslung und Datensicherung. Durch die äußeren Umstände sind diese Themen geradezu explodiert und es vergeht kein Tag, wo man sich nicht im Internet, oder in dem sogenannten „Reallife“ darüber unterhält. Und das ist auch gut so, denn es wichtig, dass man darüber spricht und seine Erfahrungen mit anderen Menschen teilt. Auch wenn ich kein Technikexperte auf diesem Gebiet bin, setze ich mich mit dem Ganzen auseinander und achte darauf nicht völlig blind irgendwelche Sachen zu nutzen, bei denen ich nicht weiß, was mit meinen Daten passiert. Ich versuche mich im Rahmen meiner Möglichkeiten so gut es eben geht zu schützen.
Muss aber fairerweise dazu sagen, dass ich mich in einem Umfeld bewege, wo es Leute gibt, die sich richtig gut mit diesen Sachen auskennen. Trotzdem bringt mich so ein Tweet zum Nachdenken.

„Warum ich auch Threema nicht nutze? Weil ich auch hier wieder komplett einem Anbieter vertrauen müsste, daher IMHO keine Alternative“

Ja man darf mit seinen Daten nicht hausieren gehen und sie freiwillig jedem X-beliebigen geben und sich dann wundern, wer denn so alles weiß, welches Eis man am liebsten isst.
Natürlich sollte man versuchen einen sinnvollen Umgang mit seinen persönlichen Daten anstreben und ein Gespür dafür entwickeln, wo hinterlasse ich meine Daten und wo eben lieber nicht.
Ich bin der Meinung, dass diese Sachen auch Menschen, die über kein größeres technisches Fachwissen verfügen, umsetzen können und dadurch in der Lage sind ihre persönlichen Daten schützen.
Natürlich haben Menschen mit einem fundiertem Fachwissen noch viel mehr Möglichkeiten ihre Daten zu schützen und sind wahrscheinlich auch noch ein Stück vorsichtiger wie wir „normale“ Menschen. Trotzdem stellt sich für mich da die Frage:

„Wie viel von meiner Freiheit, bin ich bereit aufzugeben, um völlig sicher zu sein?

Ich denke es ist kaum möglich sich allen Diensten im Internet zu verwehren, ohne dass man sich selber dadurch ein Stück weit einschränkt und man eventuell auch in Kauf nehmen muss, dass dadurch Kontakte verloren gehen und andere erst gar nicht geknüpft werden können.
Natürlich wird es Menschen geben, die das tun und sich von dieser Vorgehensweise nicht abbringen lassen. Aber ich bin sehr kritisch, ob das auf Dauer der richtige Weg ist.
Ich würde es viel besser finden, wenn die Dienste, die uns zu Verfügung stehen, in die Richtung weiterentwickelt werden, dass auch die Hardliner sie wieder nutzen. Und dadurch eine Umgebung geschaffen wird, bei denen alle das Gefühl haben ihre Daten sind sicher.
Ja vielleicht klingt das im ersten Moment ein wenig unrealistisch, aber ich will einfach die Hoffnung nicht aufgeben, dass ich irgendwann sagen kann:

„Ich genieße meine Freiheit und fühle mich dabei absolut sicher“